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Roland TR-1000 im Test

Mit der TR-1000 kehrt Roland nach mehr als 40 Jahren zu einer Drum Machine mit echten analogen Klangerzeugern zurück. Eine Neuauflage der TR-808 oder TR-909 ist sie trotzdem nicht. Analoge Schaltungen, ACB-Modelle, FM- und VA-Synthese, PCM-Sounds sowie ein umfangreicher Sampler arbeiten hier unter einem gemeinsamen Bedienkonzept.

Das Ergebnis ist Rolands bislang aufwendigste Rhythmusmaschine. Mit einem Preis von knapp 2.700 Euro richtet sich die Roland TR-1000 allerdings klar an Produzenten und Live-Performer, die ihre Drum Machine als zentrales Instrument einsetzen. Wir haben uns angesehen, wie gut der Spagat zwischen klassischem TR-Workflow, tiefem Sounddesign und moderner Produktion gelingt. Berücksichtigt ist dabei auch das umfangreiche System-Update auf Version 1.20.

Massives Gehäuse, erwachsene Bedienoberfläche

Schon beim Auspacken ist klar, dass die TR-1000 nicht als handliche Groovebox für den Rucksack gedacht ist. Das Gerät misst 486 × 311 × 125 mm und wiegt 5,5 kg. Die Aluminium-Oberfläche und das Stahlgehäuse vermitteln einen soliden Eindruck, das interne Netzteil erspart den externen Stromversorgungsblock. Eine aktive Kühlung ist nicht notwendig, die Maschine arbeitet geräuschlos.

Der zusätzliche Platz wird sinnvoll genutzt. Zehn Track-Fader, zahlreiche Drehregler, sechs Encoder unterhalb des OLED-Displays und die klassische Reihe aus 16 beleuchteten Step-Tastern bieten deutlich mehr direkten Zugriff als viele kompaktere Drum Machines. Der Kopfhörerausgang befindet sich gut erreichbar an der Vorderseite und besitzt einen eigenen Lautstärkeregler.

Trotz der vielen Bedienelemente ist die TR-1000 kein komplett menüfreies Instrument. Ihre Klangerzeuger, Effekte und Modulationsmöglichkeiten sind dafür schlicht zu umfangreich. Viele Detailparameter werden über das Display und die sechs darunterliegenden Encoder eingestellt. Seitenwechsel, Shift-Funktionen und die Auswahl verschiedener Module gehören daher zum Arbeitsablauf.

Nach der ersten Einarbeitung zeigt sich aber, dass Roland die wichtigsten Eingriffe sinnvoll auf der Oberfläche verteilt hat. Klangwahl, Tuning, Decay, Layer-Mischung, Effekte, Faderbewegungen und Sequencer-Aktionen bleiben direkt erreichbar. Häufig verwendete Parameter lassen sich zudem auf die Regler legen. Ein Regler kann dabei als Makro bis zu vier Parameter gleichzeitig steuern, jeweils mit individuell festgelegtem Wertebereich.

Roland TR-1000 im Test - Massives Gehäuse, erwachsene Bedienoberfläche

Echte analoge 808- und 909-Schaltungen

Das große Thema der TR-1000 sind die 16 analogen Klangerzeuger, die Roland auf Basis ausgewählter Schaltungen der TR-808 und TR-909 entwickelt hat. Enthalten sind zehn analoge 808- und sechs analoge 909-Instrumente. Da es sich um physische Schaltungen handelt, steht jeder analoge Generator innerhalb eines Kits nur einmal zur Verfügung.

Die analogen Instrumente besitzen teilweise weniger Parameter als ihre digitalen Gegenstücke. Das ist kein Nachteil, sondern folgt ihrer Schaltung. Bei einer analogen Cowbell oder einem Rimshot gibt es entsprechend wenig zu bearbeiten, während sich die ACB-Varianten wesentlich stärker verbiegen lassen.

Besonders ergiebig ist die analoge 808-Bassdrum. Ihr Decay reicht bis in einen Bereich, in dem der Klang praktisch stehen bleibt und als tiefer Basston genutzt werden kann. Damit geht die TR-1000 über das Verhalten einer historischen TR-808 hinaus. Zusammen mit Tuning, Hüllkurven, Filtern und Sequencer-Automationen entstehen schnell Bassdrum- und Bass-Hybride.

Klanglich liefern die analogen Stimmen genau das, was man sich von diesem Teil der Maschine erhofft. Transienten wirken direkt, tiefe Drums besitzen ordentlich Substanz und die Pegel reagieren lebendig auf Veränderungen. Entscheidend ist aber weniger ein pauschales „Analog klingt besser“ als die Auswahl zwischen zwei unterschiedlichen Werkzeugen. Die analogen Schaltungen liefern den unmittelbaren Grundcharakter, die digitalen Modelle mehr Parameter und einen größeren Bereich für extreme Eingriffe.

ACB, FM, VA, PCM und Samples

Neben den analogen Schaltungen bietet die TR-1000 eine sehr breite digitale Klangpalette. Dazu gehören 75 ACB-Klänge, sieben FM-Generatoren, virtuell-analoge Oszillatoren und 340 PCM-Instrumente. Hinzu kommen 2.121 mitgelieferte Samples.

Die überarbeiteten ACB-Modelle orientieren sich nicht nur an bekannten Roland-Klassikern. Viele besitzen zusätzliche Parameter, mit denen sie weit außerhalb ihrer historischen Vorbilder arbeiten können. Bei den 808- und 909-Modellen reichen die Möglichkeiten etwa von feiner Tonhöhenkontrolle über erweiterte Hüllkurven bis zu bewusst instabilen oder überzeichneten Klangvarianten. Auch weitere Roland-Maschinen wie TR-606 und CR-78 werden digital abgedeckt.

Die FM-Generatoren eignen sich besonders für metallische Percussion, scharfe Transienten und ungewöhnliche Drums. Mit Sinus, Dreieck, Rechteck, Sägezahn, Supersaw und Noise stehen außerdem VA-Generatoren für Bässe, Drones und zusätzliche Layer bereit.

PCM-Instrumente und Samples behandelt die TR-1000 getrennt. Die internen PCM-Sounds belegen keine User-Sample-Slots und besitzen eigene Klangparameter. Der eigentliche Sample-Generator ist flexibler und kann längere Dateien, Loops sowie eigene Aufnahmen verarbeiten.

Vier Layer-Tracks und sechs Einzelspuren

Die TR-1000 besitzt zehn Hauptspuren. Die ersten vier davon sind Layer-Tracks, auf denen jeweils zwei Klangerzeuger arbeiten können. Insgesamt lassen sich damit bis zu 14 Stimmen innerhalb eines Patterns verwenden.

Auf einem Layer-Track können beispielsweise eine analoge Bassdrum und ein PCM-Attack oder zwei unterschiedlich bearbeitete Loops kombiniert werden. Beide Ebenen lassen sich gemeinsam auslösen und über den Mix-Regler überblenden. Alternativ programmiert man sie innerhalb derselben Spur unabhängig voneinander.

Filter und Amp stehen für beide Layer separat bereit. Andere Bereiche, darunter Kompressor und Track-Effekt, werden gemeinsam genutzt. Das Konzept bietet dennoch reichlich Spielraum für komplexe Drums, ohne die Übersicht eines Zehn-Spur-Mixers aufzugeben.

Die festen Bezeichnungen wie BD, SD oder LT dienen nur der Orientierung. Jede Spur kann grundsätzlich einen anderen geeigneten Klang aufnehmen. Die Maschine zwingt einen Rimshot also nicht auf die RS-Spur und einen Bassdrum-Sound nicht auf BD.

Seit Version 1.20 lassen sich die beiden Generatoren eines Layer-Tracks außerdem unabhängig im Stereobild positionieren. Zwei gegeneinander gepannte Samples oder Oszillatoren erzeugen dadurch breite Layer, obwohl sie organisatorisch innerhalb einer einzigen Spur bleiben.

Roland TR-1000 im Test - Sampling ist ein vollwertiger Bestandteil des Konzepts

Sampling ist ein vollwertiger Bestandteil des Konzepts

Die TR-1000 enthält 64 GB internen Speicher. Davon stehen 46 GB für eigene Samples, Aufnahmen und Bearbeitungen bereit. Importiert werden WAV, AIFF und MP3; zusätzlich unterstützt das System FLAC und M4A. Intern arbeitet der Sampler mit 48 kHz und 16 Bit. Eine einzelne Aufnahme kann bis zu 16 Minuten lang sein.

Gesampelt wird über die beiden rückseitigen Eingänge, das USB-Audio-Interface oder per internem Resampling. Als Quelle können der komplette Mix, ausgewählte Spuren oder einzelne Tracks dienen. Die Aufnahme lässt sich manuell, per Pegelschwelle oder synchron zum Pattern-Start auslösen. Das macht insbesondere das interne Resampling angenehm unkompliziert.

Loops können mit BPM-Synchronisation, Timestretching und unabhängiger Tonhöhenänderung an ein Projekt angepasst werden. Für unterschiedliches Material stehen mehrere Stretch-Algorithmen bereit. Starke Zeitdehnungen bleiben hörbar, wie bei praktisch jedem Hardware-Sampler. Der aufwendigere Ensemble-Algorithmus ist außerdem auf zwei gleichzeitige Instanzen innerhalb eines Patterns begrenzt.

Samples lassen sich in bis zu 16 Bereiche zerlegen. Die TR-1000 kann gleichmäßige Abschnitte oder Transienten erkennen, anschließend dürfen die Schnittpunkte manuell korrigiert werden. Jeder Slice besitzt eigene Einstellungen für Tonhöhe und Timestretching. Damit kann ein einzelner Ausschnitt drastisch verlängert oder verstimmt werden, während der restliche Loop unverändert bleibt.

Die 16 Step-Taster dienen im Slice-Modus zum direkten Spielen der Abschnitte. Was noch fehlt, ist ein freier Lazy-Chop-Modus, bei dem die Schnittpunkte während der Wiedergabe direkt eingeklopft werden. Das vorhandene Slicing ist präzise, erfordert aber etwas mehr Vorbereitung.

Roland TR-1000 im Test - Sampling ist ein vollwertiger Bestandteil des Konzepts

TR-Sequencer ohne starres Raster

Der Sequencer behält Rolands klassische TR-REC-Eingabe bei. Steps werden direkt über die 16 Taster gesetzt, alternativ lassen sich Instrumente in Echtzeit einspielen. Die Aufnahme kann quantisiert oder frei erfolgen.

Ein Pattern umfasst acht Variationen mit jeweils 16 Steps sowie vier Fill-ins. Variationen lassen sich verketten. Für längere Arrangements gibt es einen Song-Modus, in dem Patterns und Variationen in definierter Reihenfolge abgespielt und wiederholt werden. Das ist gerade dann hilfreich, wenn während einer Performance beide Hände an einem Synthesizer, Mixer oder anderen Instrument gebraucht werden.

Pro Step stehen Velocity, Probability, Microtiming, Substeps und Cycle-Bedingungen zur Verfügung. Ein Ereignis kann beispielsweise nur in bestimmten Pattern-Durchläufen erklingen. Automationen lassen sich live aufnehmen oder für einzelne Steps setzen.

Besonders gut gefallen die Timing-Optionen auf Spurebene. Shuffle, Startverschiebung, Laufrichtung, Rotation und Track-Länge können für jede Spur separat eingestellt werden. Eine Clap lässt sich leicht vor den Beat ziehen, während die Snare dahinterliegt und ein Shaker seinen eigenen Shuffle erhält. So entstehen lockere Grooves, ohne alle Instrumente aus demselben Raster zu schieben.

Unterschiedliche Track-Geschwindigkeiten bietet die TR-1000 nicht. Polymetrische Strukturen sind über abweichende Spurlängen möglich, echte Teiler oder Multiplikatoren für die Abspielgeschwindigkeit fehlen jedoch.

Roland TR-1000 im Test - TR-Sequencer ohne starres Raster

Morph-Slider, Snapshots und Performance-Funktionen

Der Morph-Slider gehört zu den auffälligsten neuen Bedienelementen. Er kann gleichzeitig mehrere Reglerbewegungen auf verschiedenen Tracks ausführen. Dabei lässt sich bestimmen, welcher Parameter sich wie stark verändern soll.

Damit steuert der Slider je nach Programmierung einen sauberen Übergang, öffnet mehrere Filter, verlängert Decays oder zerlegt das Pattern komplett. Pro Pattern können bis zu 16 unterschiedliche Morph-Zustände vorbereitet werden. Die Funktion ist dadurch weit mehr als ein einfacher Crossfader zwischen zwei Szenen.

Snapshots speichern für jede Spur bis zu 16 Kombinationen der zugewiesenen Panel-Parameter. Über die Step-Taster werden diese Zustände unmittelbar aufgerufen. So wechselt ein Instrument mit einem Tastendruck seine Stimmung, Effektkonfiguration und Klangfarbe. Snapshots können auch in den Sequencer eingespielt werden.

Ein echter chromatischer Keyboard-Modus fehlt weiterhin. Tonfolgen lassen sich über Tuning-Automation oder entsprechend vorbereitete Snapshots erzeugen, sind aber weniger komfortabel als auf einer Groovebox mit Skalenmodus. Die Step-Taster reagieren zudem nicht auf Anschlagstärke. Stattdessen steht ein Modus mit 16 fest abgestuften Velocity-Werten zur Verfügung.

Für den Live-Einsatz gibt es Mutes, Rolls und Step Loop. Falls eine spontane Bearbeitung misslingt, können Instrument, Kit oder Pattern aus dem gespeicherten Zustand neu geladen werden. Das nimmt etwas Risiko aus stärkeren Eingriffen während einer Performance.

Roland TR-1000 im Test - Morph-Slider, Snapshots und Performance-Funktionen

Effekte und analoges Klangformen

Jede Spur besitzt eine umfangreiche Signalkette. Auf die jeweilige Klangerzeugung folgen ein Multimode-Filter oder Vierband-EQ, eine Verstärker- beziehungsweise Transientenbearbeitung, Kompressor, LFO und Track-Effekt. Reverb und Delay arbeiten als Send-Effekte. Dazu kommen digitale Mastereffekte sowie eine analoge Effektsektion.

Der analoge Bereich kombiniert ein State-Variable-Filter mit einer Drive-Schaltung. Filter und Drive können einzeln oder gemeinsam genutzt werden. Der Drive eignet sich gut, um einen sauberen Mix dichter und etwas druckvoller zu machen. Das Filter bringt dagegen auch ein gewisses Eigenrauschen mit. Wer den Klang sauber halten möchte, routet die betreffenden Spuren einfach an der Analogsektion vorbei.

Auch digitales Sounddesign ist reichlich vorhanden. Crusher, Saturator, Isolator, Frequency Shifter, Ringmodulator, Chorus, Phaser und verschiedene Delays gehören zur Auswahl. Über internes Sidechaining können Spuren anhand der Trigger einer anderen Spur abgesenkt werden. Die Lautstärke des Trigger-Tracks spielt dabei keine Rolle, sodass auch stumme Trigger als Steuersignal dienen können.

Roland TR-1000 im Test - Effekte und analoges Klangformen

Was Version 1.20 ergänzt

Das System-Update auf Version 1.20 ist deutlich umfangreicher als eine reine Fehlerkorrektur. Vier neue Mastereffekte erweitern vor allem die Möglichkeiten für Lo-Fi-Klanggestaltung und Live-Manipulation:

  • SP-303 Vinyl Sim
  • SP-404 Vinyl Sim
  • Cassette Sim
  • DJFX Delay

Der SP-303 Vinyl Sim kombiniert Nebengeräusche, Gleichlaufschwankungen und eine stark färbende Kompression. Gerade bei Sample-Chops und geschichteten Drums zieht er den Mix hörbar zusammen. Der SP-404 Vinyl Sim konzentriert sich stärker auf den Frequenzgang einer Schallplattenwiedergabe und lässt sich gut über den Morph-Slider dosieren.

Cassette Sim bietet Parameter für Tonalität, Bandalter, Rauschen, Drive sowie Wow und Flutter. DJFX Delay erweitert den bekannten SP-DJFX-Ansatz um Delay-Fahnen, die nach dem Loslassen weiterlaufen. Dadurch klingen Stutter und abrupte Loop-Eingriffe weniger abgeschnitten.

Noch wichtiger sind die neuen LFO-Modi. Der LFO kann mit jeder Note neu starten, nur einen kompletten Zyklus oder einen halben Zyklus durchlaufen und anschließend auf dem Endwert stehen bleiben. Mit frei wählbarer Startphase verhält er sich dadurch teilweise wie eine zusätzliche Hüllkurve. Sample & Hold erzeugt abgestufte Modulationen, die sich bei Bedarf an jedem Sequencer-Step neu abtasten lassen.

Version 1.20 bringt außerdem zwei neue ACB-Generatoren namens 808 Bass Line und 909 Bass Line. Beide sind für tonal gespielte Bassdrums und Basssequenzen vorbereitet, starten sauber gestimmt auf C und besitzen stark verlängerte Decay-Bereiche. Die 808-Variante bietet einen Excite-, die 909-Version einen Drive-Parameter.

Weitere Verbesserungen betreffen das Gain-Staging, einen höheren Pegel für den USB-Audiostream, schnelle Ein/Aus-Schalter für Track-Effekte und einen MIDI-Modus mit eigenem Kanal pro Spur. Sample-Slices können damit über chromatische MIDI-Noten extern angesteuert werden. Das Update erweitert die Maschine an wichtigen Stellen und zeigt, dass Roland die TR-1000 tatsächlich als ausbaufähige Plattform behandelt.

Anschlüsse für Studio, Modularsystem und Bühne

Auf der Rückseite zeigt sich, wie ernst Roland den Einsatz in größeren Setups nimmt. Neben dem Stereo-Mix-Ausgang gibt es einen separaten Stereoausgang für die analoge Effektsektion. Zehn weitere Buchsen dienen wahlweise als Einzelausgänge oder analoge Triggerausgänge.

Hinzu kommen ein separater Trigger-Ein- und -Ausgang, Filter-CV-Eingang, Clock-Ausgang und ein doppelter Mono- beziehungsweise Stereo-Audioeingang. Externe Signale können gesampelt oder durch die Effekte der TR-1000 geschickt werden.

MIDI In, Out und Thru sind ebenfalls vorhanden. Die Ausgänge unterstützen DIN Sync und stellen damit eine Verbindung zu älteren Roland-Maschinen her. Der Pedalanschluss kann mit einem Schalter oder Expression-Pedal genutzt werden. Start und Stopp sowie zugewiesene Panel-Parameter lassen sich dadurch ohne freie Hand steuern.

USB-C überträgt MIDI und Mehrkanal-Audio zum Computer. Über USB-A werden Speichersticks oder kompatible MIDI-Controller angeschlossen. Samples, Projekte und Sicherungen lassen sich darüber importieren beziehungsweise exportieren.

Die Klinkenausgänge arbeiten unsymmetrisch. Außerdem benötigt die USB-Verbindung zum Computer einen Treiber und arbeitet nicht als universelles Class-Compliant-Interface. Eine direkte digitale Verbindung zu Smartphone oder Tablet ist damit nicht vorgesehen.

Roland TR-1000 im Test - Anschlüsse für Studio, Modularsystem und Bühne

Die TR-1000 App als große Detailansicht

Die kostenlose TR-1000 Software bildet Parameter, Instrumente, Mixer und Kits auf einem größeren Bildschirm ab. Änderungen an der Hardware erscheinen direkt in der App und umgekehrt. Auch Samples lassen sich verwalten, trimmen und zwischen Computer und Drum Machine übertragen.

Während der Einarbeitung ist die Software besonders hilfreich, weil sie die umfangreiche Struktur aus Generator, Filter, Verstärker, Kompressor, LFO und Effekten übersichtlich darstellt. Wer die Maschine kennt und eigene Reglerbelegungen vorbereitet hat, kann anschließend weitgehend an der Hardware bleiben.

Die App ist damit kein Zwang, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Nach dem Update auf Systemversion 1.20 sollte auch die aktuelle Fassung der Software über den Roland Cloud Manager installiert werden.

Wo die TR-1000 Grenzen setzt

Der Preis ist die offensichtlichste Hürde. Für knapp 2.700 Euro konkurriert die TR-1000 nicht nur mit anderen Drum Machines, sondern auch mit kompletten Produktionssystemen. MPC und Maschine bieten beispielsweise breitere Funktionen für Melodien, Akkorde und Arrangement. Dafür arbeiten sie stärker bildschirm- und softwareorientiert.

Auch Größe und Gewicht sind nicht zu unterschätzen. Die TR-1000 braucht im Studio einen festen Platz und für den Transport ein passendes Case. Sie ist keine Nebenbei-Groovebox, die noch irgendwo in die Tasche passt.

Trotz ihres großen Funktionsumfangs bleiben die Spuren monophon. Melodien sind über Samples, VA-Generatoren, Tuning-Automation und Snapshots möglich, aber nicht der Schwerpunkt des Instruments. Ein chromatischer Spielmodus, unterschiedliche Sequencer-Geschwindigkeiten pro Spur und ein spontaner Lazy-Chop-Modus würden diesen Bereich verbessern.

Die Bedienung ist direkter als bei vielen vergleichbar tiefen Maschinen, aber nicht in jeder Situation einfach. Wer alle Generatorparameter, Routings und Modulationsziele ausschöpfen will, muss sich mit Display-Seiten und Shift-Funktionen beschäftigen. Die gute Reglerausstattung zahlt sich vor allem aus, nachdem die eigenen Kits und Makros vorbereitet sind.

Roland TR-1000 im Test - Wo die TR-1000 Grenzen setzt

Fazit zum Roland TR-1000

Die Roland TR-1000 ist keine luxuriös ausgestattete TR-8S und auch keine wiederbelebte TR-909. Ihr eigentliches Konzept besteht darin, echte analoge Roland-Schaltungen, tief editierbare digitale Klangerzeuger und einen modernen Sampler in einem spielbaren Instrument zusammenzuführen.

Besonders überzeugend ist, wie gut sich die verschiedenen Klangquellen kombinieren lassen. Eine analoge Bassdrum kann mit einem Sample oder FM-Transienten auf demselben Track geschichtet werden. Danach folgen Filter, Hüllkurve, Kompressor, Modulation und Effekte, bevor der Klang über digitale oder analoge Masterbearbeitung ausgegeben wird. Trotz dieser Tiefe bleibt der klassische Step-Sequencer jederzeit griffbereit.

Version 1.20 wertet die Maschine mit den Vinyl- und Cassette-Effekten, den erweiterten LFOs, neuen Bass-Line-Generatoren und dem verbesserten MIDI-Betrieb noch einmal spürbar auf. Es handelt sich um Funktionen, die beim Programmieren und Performen tatsächlich einen Unterschied machen.

Roland TR-1000 im Test - Fazit zum Roland TR-1000

Stärken

  • Analoge 808- und 909-Schaltungen mit eigenständigem Charakter
  • Sehr große Auswahl an digitalen Klangerzeugern
  • Vier flexible Layer-Tracks
  • Umfangreicher Stereo-Sampler mit Slicing und Timestretching
  • Präziser Sequencer mit Microtiming, Probability und individuellen Track-Einstellungen
  • Viele direkt erreichbare Bedienelemente
  • Morph-Slider und Snapshots für Live-Performances
  • Analoge und digitale Effektsektionen
  • Umfangreiche Audio-, MIDI-, CV- und Trigger-Anschlüsse
  • Version 1.20 mit starken funktionalen Erweiterungen
  • Solides Metallgehäuse und internes Netzteil

Schwächen

  • Hoher Preis
  • Groß und mit 5,5 kg relativ schwer
  • Keine anschlagdynamischen Step-Taster
  • Kein direkter chromatischer oder Skalenmodus
  • Spuren arbeiten monophon
  • Keine unterschiedlichen Sequencer-Geschwindigkeiten pro Spur
  • USB-Audio benötigt einen Treiber
  • Ausgänge nur unsymmetrisch
  • Tiefere Bearbeitungen erfordern weiterhin Menüs
Roland TR-1000 im Test - Fazit zum Roland TR-1000

Für wen eignet sich die TR-1000?

Die TR-1000 passt zu Produzenten, Sounddesignern und Live-Performern, die den Rhythmusbereich ihres Setups weitgehend mit einer einzigen Hardware abdecken möchten. Besonders stark ist sie in elektronischer Musik, bei komplexen Drum-Layern, umfangreicher Pattern-Modulation und der Verbindung mit Modularsystemen oder älterem DIN-Sync-Equipment.

Wer hauptsächlich eine unkomplizierte 808/909-Emulation sucht, findet mit einer TR-8S oder kleineren Drum Machine eine deutlich günstigere Lösung. Für komplette Songs mit Akkorden, polyphonen Melodien und linearem Arrangement ist eine MPC oder vergleichbare Workstation breiter aufgestellt.

Als hochwertige, kompromisslos ausgestattete Rhythmusmaschine besitzt die TR-1000 dagegen ein sehr klares Profil. Sie belohnt die gründliche Einarbeitung mit einem außergewöhnlich direkten Zugriff auf analoge Drums, digitale Synthese, Samples und Sequencing.

Merkmal Angabe
Name Roland TR-1000 Rhythm Creator
Produktgruppe Hybrid-Drum-Machine und Sampler
Tracks 4 Layer-Tracks, 6 Einzelspuren, 1 Trigger-Part
Analoge Klangerzeuger 16 Modelle auf Basis ausgewählter TR-808- und TR-909-Schaltungen
Weitere Generatoren 75 ACB-, 7 FM-, 340 PCM- sowie VA- und Sample-Generatoren
Mitgelieferte Samples 2.121
User-Speicher 46 GB
Sampling Stereo, 48 kHz/16 Bit, bis zu 16 Minuten pro Sample
Sequencer 16 Steps je Variation, 8 Variationen und 4 Fill-ins pro Pattern
User-Speicherplätze 2.048 Drum-Kits und 2.048 Patterns
Display Grafisches OLED-Display
Anschlüsse Mix Out, Analog FX Out, 10 Individual/Trigger Outs, Audio In, CV/Trigger, MIDI/DIN Sync, USB-C und USB-A
Abmessungen 486 × 311 × 125 mm
Gewicht 5,5 kg
Leistungsaufnahme 38 W