Rane Seventy-Two im Test - Was kann der neue DJ Mixer?

Die Gemeinde Turntablisms atmet auf, als der Rane Seventy-Two Mixer im Sommer 2017 ein neues Lebenszeichen für Rane ankündigt.
Zuerst wurde der zukünftige Nutzer über konkrete Features im Dunkeln gelassen. Die Demobilder kündigten ein auf Serato DJ Pro zugeschnittenes Flaggschiff an, das nach neun Monaten ungeduldigen Wartens nun bei den Händlern langsam einläuft und damit für einen näheren Blick hinter die Kulissen bereit ist.

Die neue Waffe von Rane ist eine Ansage im Kampf um die Gunst der DJs in Sachen Qualität und Preis. Trotz deutlich mehr Ausstattungsmerkmalen ist er deutlich günstiger als sein Vorgänger und untermauert damit seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Wettbewerb.

Eine Maschine für den Dauerbetrieb

Schon haptisch erkennt man Ranes bekannte Haltung: Professionelles, robustes Werkzeug für den Hardcore-Cutter. Das zeigt sich zum Beispiel am massiven und kratzfesten Stahlchassis in der bekannten Doppelplattenbauweise.

Unter der Stahlplatte befinden sich drei neu gestaltete, verschleißfreie MAG THREE Fader, die in ihrer Kurve, aber auch in ihrem Verschiebewiderstand, unter der Frontplatte mittels Klemmschraube und Einschnitt verstellbar sind. Hinsichtlich der Oberfläche und des Designs bleibt man sich selbst treu, was sich vor allem in der Anordnung der Bedienelemente, der Farbkombination, den typischen Knöpfen und Funktionstasten widerspiegelt.

Die LED-Pegelanzeigen für Line-, Sample- und Mikrofonkanäle sowie Master platzieren Rane wie bei den Vorgängern neben den jeweiligen Knöpfen. Der amerikanische Hersteller stattet die beiden Phono-Line-Kanäle mit einem Gain, einem Dreiband-Equalizer und einer HP/TP-Filtersteuerung aus. Die beiden anschließbaren Mikrofone hingegen kommen mit einem Ton- und Pegelregler sowie Echoeffekt und Talkover (nur für den ersten Mikrofonkanal) aus. Der Kanal für die Sample 8-Aufnahme kann von der Lautstärke her eingestellt und mit Effekten unterstrichen werden.

Der Seventy-Two ist offen für alle Anschlussmöglichkeiten

Vier Cinch-Buchsen für CD-, Aux- und Phono-Player pro Kanal und ein Master-Ausgang auf XLR. Der Monitor wird an eine 6,3-Millimeter-Buchse angeschlossen.

Glücklicherweise liefert Rane auch wieder an den Session-In/Out-Port, um einen anderen einzubinden. Darüber hinaus ersetzt der Session-Out auch die fehlende Record-Ausgabe. Die beiden XLR-Buchsen für die Mikrofone können über einen Schalter als Line-Eingänge genutzt werden. Entwickelt, um mit Serato DJ Pro und dem neuen Rane Twelve Motorcontroller zu arbeiten, bietet der Seventy-Two die richtigen Anschlüsse für diese und zwei Laptops, perfekt für den Back-to-Back-Betrieb, mit den USB-Anschlüssen.

Verstellbare Pads

Die Tatsache, dass ein Serato DJ Pro-zertifizierter Mixer über RGB-beleuchtete Performance-Pads verfügt, ist mittlerweile Standard. ABER: Die Matrix des Seventy-Two wurde vom Akai MPC übernommen, der durch die Wählbarkeit der Touchdynamik und des Aftertouch einen Leistungsschub bietet.

Insgesamt vierzehn verschiedene Pad-Modi können unabhängig vom Deck ausgewählt werden. Wenn diese Voreinstellungen nicht ausreichen, können Sie die Pads mit zusätzlichen Funktionen belegen. Der Seventy-Two nutzt wirklich alle Effektmöglichkeiten.

Nicht nur, dass bis zu drei Serato DJ Pro Effekte pro Deck gleichzeitig auf Knopfdruck abgespielt werden können. Hinzu kommen elf weitere Flex-Effekte für den Betrieb außerhalb der Software an Bord. Die Effektkombination kann durch zwei haptisch sehr stabile Aluminiumhebel, die bis zu vier Effekte gleichzeitig durch Klicken oder Tippen einschalten, um 180 Grad aus ihrer Richtung gedreht werden. Eine grüne LED am Hebel zeigt den aktiven Betriebszustand an.

Das Smartphonegroße Display visualisiert nicht nur die Effekte zur Parametrierung oder Modulation über X/Y-Effektregler, sondern auch die Wellenformen inklusive Cues, Spielzeit, BPM und Tonart der abgespielten Tracks. Da das Display auch zum Durchblättern der Bibliothek einlädt, könnte der Laptop in Zukunft komplett unter dem Schreibtisch verschwinden, um ihn vor Unfällen aller Art zu schützen.

Im Segment der Battle Mixer kommt niemand so schnell an den Zweiundsiebzig vorbei

Er lässt sich nicht nur intuitiv bedienen, sondern strahlt auch durch seine Verarbeitung und Robustheit professionelle Souveränität aus. Das bestätigt auch der hochauflösende und kraftvolle Klang dank der Klangverarbeitung auf 32-Bit/48-kHz-Basis mit einem hervorragenden Dynamikumfang von 117 dBA.

Die Fader gleiten wie geschmiert über ihre Bahn. Die Pads bieten virtuose Spielmöglichkeiten, so dass der Mixer mit Sicherheit das neue Instrument der Turntabisten wird. Das Menü des Touchscreens präsentiert sich logisch und übersichtlich. Sie gelangen in die gewünschte Ebene, ohne durch viele Untermenüs tippen zu müssen. Die Wellenformen werden 1:1 mit dem jeweiligen Zoomfaktor vom Laptop übertragen. So bleiben Sie über die aktuelle Position eines Tracks auf dem Laufenden.

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