Ecler NUO 2.0 im Test
Der Ecler NUO 2.0 verfolgt ein Konzept, das im aktuellen DJ-Markt selten geworden ist: zwei echte Mixkanäle, ein vollständig analoger Signalweg und viel Kontrolle über EQ, Fader und externe Effekte. Auf USB, Displays und eingebaute Beat-Effekte verzichtet Ecler. Dafür bekommst du einen schmalen Mixer, der zwischen zwei Turntables kaum Platz verschenkt und sowohl saubere Übergänge als auch schnelle Cuts unterstützt.
Im Test fällt vor allem auf, wie konsequent der NUO 2.0 auf die Arbeit am Gerät ausgelegt ist. Fast jede wichtige Funktion besitzt einen eigenen Regler oder Schalter. Menüs und Doppelbelegungen gibt es nicht. Das macht den Mixer für klassische Vinyl-Sets interessant, schränkt ihn bei DVS- und Software-Setups aber ebenso klar ein.
Themenübersicht zum Beitrag
- Schmale Bauform mit viel Tiefe
- Zwei Hauptkanäle und ein praktischer Zusatzkanal
- Phono-Sektion und analoger Signalweg
- Der 3-Band-EQ greift kräftig zu
- PFL und Pegelkontrolle ohne Umwege
- VCA-Fader mit anpassbarer Charakteristik
- Crossfader zwischen Mixing und Turntablism
- Externe Effekte flexibel einschleifen
- Master, Booth und Recording getrennt führen
- Wo das analoge Konzept Grenzen setzt
- Fazit: starker Analogmixer für zwei Decks
Schmale Bauform mit viel Tiefe
Mit 165 Millimetern Breite passt der NUO 2.0 sehr gut zwischen zwei Plattenspieler. Die Tiefe von 370 Millimetern ist dabei nicht zu unterschätzen: Auf dem Tisch beansprucht er wenig seitlichen Platz, reicht aber ähnlich weit nach hinten wie ein Turntable. Das schmale Hochformat hält die Wege vom Plattenteller zum Mixer kurz und lässt den Arbeitsplatz aufgeräumt wirken.
Die Oberfläche ist dicht bestückt, ohne unübersichtlich zu werden. Oben sitzen Quellenwahl, Gain und Klangregelung, darunter folgen Kill-Schalter, PFL und Effektweg. Die Fadersektion bleibt frei genug für schnelle Bewegungen. Die großen EQ-Kappen lassen sich sicher greifen, während sich die kleineren Regler für Gain und FX Send klar davon absetzen.
Das Gehäuse bringt 3 Kilogramm auf die Waage. Dadurch steht der Mixer beim Arbeiten stabil, bleibt für ein mobiles Setup aber noch gut transportierbar. Im Test vermittelt die Verarbeitung einen soliden, professionellen Eindruck. Schalter, Potis und Fader sitzen ordentlich, und die Oberfläche ist für häufige Eingriffe sinnvoll gegliedert.
Zwei Hauptkanäle und ein praktischer Zusatzkanal
Die beiden Hauptkanäle lassen sich jeweils zwischen Phono und Line umschalten. Damit kannst du zwei Turntables anschließen oder die Kanäle mit CD-Playern, Mediaplayern und anderen Line-Quellen belegen. Insgesamt stehen zwei Phono- und drei Line-Eingänge zur Verfügung. Für ein klassisches Setup aus zwei Decks reicht das locker, und eine weitere Line-Quelle lässt sich über Kanal 3 einbinden.
Dieser dritte Kanal ist als Mikrofon-/Line-Kanal ausgeführt. Er besitzt einen eigenen Pegelregler sowie eine 2-Band-Klangregelung für Höhen und Bässe. Ein vollwertiger dritter Mixkanal mit langem Fader, PFL und 3-Band-EQ ist er allerdings nicht. Für Ansagen, einen zusätzlichen Player oder eine Drum-Machine ist er nützlich; komplexes Drei-Deck-Mixing ist nicht sein Zweck.
Der Mikrofoneingang sitzt als symmetrische 6,3-mm-Klinkenbuchse auf der Rückseite. Ecler hat außerdem eine 18-Volt-Phantomspeisung vorgesehen, die ab Werk aktiviert ist und intern abgeschaltet werden kann. Solche internen Änderungen gehören in fachkundige Hände. Für den normalen DJ-Betrieb musst du am Gerät nichts öffnen.
Phono-Sektion und analoger Signalweg
Vinyl ist eine der großen Stärken des NUO 2.0. Beide Hauptkanäle besitzen eigene Phono-Vorverstärker und eine gemeinsame Erdungsklemme. Die Phono-Eingänge sind für magnetische Tonabnehmer ausgelegt und bieten laut Ecler viel Headroom, damit auch Systeme mit höherem Ausgangspegel nicht unnötig früh übersteuern.
Im Test arbeitet der Mixer sauber und kontrolliert. Der Signalweg wirkt nicht aufgebläht, und einzelne Elemente im Mix bleiben gut nachvollziehbar. Entscheidend ist dabei ein vernünftiges Gain-Staging: Mit dem Gain stellst du den Eingang auf den Referenzbereich der Pegelanzeige ein, während Kanal- und Masterfader in einem sinnvollen Arbeitsbereich bleiben. Wer den Kanal sehr niedrig und den Master voll aufdreht, verstärkt auch das Grundrauschen stärker als nötig.
Der analoge Aufbau bedeutet zugleich, dass der Mixer Audiosignale nicht selbst digitalisiert. Es gibt weder USB noch ein Audio-Interface. Für DVS, Streaming oder Aufnahmen am Computer brauchst du deshalb ein separates Interface mit den passenden Ein- und Ausgängen. Wer nur Turntables und eine PA verbinden möchte, spart sich dagegen Treiber, Konfiguration und Software-Abhängigkeiten.
Der 3-Band-EQ greift kräftig zu
Jeder Hauptkanal besitzt einen 3-Band-EQ mit großen Reglern. Höhen und Bässe lassen sich um 10 dB anheben und um bis zu 30 dB absenken, die Mitten um 10 dB anheben und um bis zu 25 dB reduzieren. Das ist kein vollständiger Isolator bis zur absoluten Stille, bietet aber deutlich mehr Absenkung als ein klassischer ±12-dB-EQ.
In der Praxis lässt sich damit sowohl fein als auch offensiv arbeiten. Kleine Korrekturen um die Mittelstellung helfen, zwei Tracks sauber zusammenzuführen. Größere Absenkungen schaffen Platz für Bassline, Vocals oder Percussion des zweiten Titels. Die gerastete Mittelstellung erleichtert es, jederzeit zur neutralen Einstellung zurückzukehren.
Unter den EQ-Reglern sitzen pro Kanal drei separate Kill-Schalter. Sie nehmen Bass, Mitten oder Höhen sofort aus dem Signal und eignen sich für schnelle Wechsel, Breaks und rhythmische Eingriffe. Der direkte Zugriff ist schneller als ein weiter Potidreh, verlangt aber etwas Gefühl für den Pegelsprung. Besonders beim Bass-Kill kann ein unvorbereiteter Wechsel auf einer großen Anlage deutlich auffallen.
Ein Kanalfilter gehört nicht zur Ausstattung. Wer einen kombinierten Highpass-/Lowpass-Regler wie bei vielen modernen Clubmixern erwartet, wird ihn hier nicht finden. Der NUO 2.0 setzt stattdessen auf EQ und Kill-Schalter. Das ist weniger bequem für Filterfahrten, passt aber zum klassischen, geradlinigen Bedienkonzept.
PFL und Pegelkontrolle ohne Umwege
Die Vorhörsektion ist einfach aufgebaut und im Betrieb schnell verstanden. Jeder Hauptkanal hat eine eigene PFL-Taste. Eine 12-stellige LED-Kette zeigt den ausgewählten Vorhörpegel, zwei weitere Ketten informieren über den Hauptmix. So lässt sich der Gain vor dem Öffnen des Kanalfaders vernünftig einpegeln.
Am Kopfhörer kannst du stufenlos zwischen PFL und Mastermix überblenden. Das hilft, wenn du einen neuen Track zunächst isoliert vorbereitest und anschließend Timing und Lautstärke gegen den laufenden Mix prüfst. Der Kopfhöreranschluss sitzt gut erreichbar an der Front, das Kabel gerät dadurch weniger in die Fadersektion.
Ecler empfiehlt Kopfhörer mit 200 bis 600 Ohm. Viele aktuelle DJ-Kopfhörer liegen darunter und funktionieren in der Praxis ebenfalls, die Herstellerangabe zeigt aber, für welchen Lastbereich die Schaltung spezifiziert wurde. Eine unnötig absolute Lautstärkeaussage wäre daher unseriös; wichtiger ist, dass Pegel und Cue-Mix getrennt regelbar sind.
VCA-Fader mit anpassbarer Charakteristik
Die beiden 45-mm-Kanalfader arbeiten nach dem VCA-Prinzip. Dabei läuft das Audiosignal nicht direkt über die Faderbahn, sondern der Fader steuert einen spannungsgeregelten Verstärker. Ecler nennt für diese Fader mehr als 4 Millionen Betätigungen. Solche Laborwerte ersetzen keine Pflege, zeigen aber, dass die Konstruktion auf häufige Nutzung ausgelegt ist.
Mit dem Fader-Shape-Regler veränderst du die Kennlinie der Kanalfader. Eine gleichmäßige Kurve eignet sich für lange, kontrollierte Blends. Eine steilere Einstellung bringt den Pegel früher und abrupter ins Spiel. Zusätzlich lässt sich die Richtung umkehren. Diese Anpassung ist direkt am Frontpanel erreichbar, ohne dass du eine Bodenplatte abschrauben oder in Software wechseln musst.
Im Test laufen die Fader angenehm und erlauben sowohl ruhige Übergänge als auch schnelle Bewegungen. Der Weg von 45 Millimetern ist kürzer als bei klassischen 60- oder 100-mm-Studiofadern, bietet für einen DJ-Mixer aber einen guten Kompromiss aus Dosierbarkeit und kompaktem Aufbau.
Crossfader zwischen Mixing und Turntablism
Auch der serienmäßige Crossfader ist ein 45-mm-VCA-Modell. Seine Kurve lässt sich stufenlos von weich überblendend bis steil einstellen. Dazu kommen eine Reverse-Funktion und ein Schalter für unterschiedliche Crossfade-Modi. Damit deckt der Mixer lange Übergänge und schnelle Cuts ab, ohne sich ausschließlich als Battle-Mixer festzulegen.
Eine wichtige Einschränkung steht leicht übersehbar im Handbuch: Der Cut-in-Regler funktioniert nur, wenn der optionale ETERNAL-Crossfader eingebaut ist. Mit dem serienmäßigen Crossfader muss dieser Regler auf OFF stehen. Du kannst die normale Crossfader-Kurve zwar bereits sehr steil einstellen, den exakten Einblendepunkt am Anschlag aber erst mit dem Upgrade justieren.
Der Ecler ETERNAL Crossfader arbeitet induktiv mit einem kontaktlosen magnetischen Steuersystem. Dadurch gibt es an der Signalsteuerung keine mechanische Kontaktbahn, die durch Reibung verschleißt. Für intensive Scratch-Techniken ist das ein technisch schlüssiges Upgrade. Der Einbau erfordert allerdings das Öffnen des Mixers und sollte laut Ecler von einem qualifizierten Techniker vorgenommen werden.
Für gelegentliche Cuts und normales Mixing reicht der Standardfader aus. Wer den NUO 2.0 gezielt als Turntablism-Mixer nutzen möchte, sollte den Preis des ETERNAL-Upgrades von Anfang an in die Kaufentscheidung einbeziehen. Erst damit steht die vollständige Cut-in-Kontrolle zur Verfügung.
Externe Effekte flexibel einschleifen
Statt interner Beat-Effekte besitzt der Mixer einen Stereo-FX-Weg über RCA. Beide Hauptkanäle haben einen eigenen Send-Regler, mit dem du festlegst, wie viel Signal an ein externes Effektgerät, einen Sampler oder einen anderen Prozessor geschickt wird. Das bearbeitete Signal kommt über den FX Return zurück; alternativ lässt es sich in einen freien Line-Eingang führen.
Der Send lässt sich zwischen Pre- und Post-Fader umschalten. Im Post-Fader-Betrieb folgt der Effekt dem Kanalfader, was für viele Delays und Reverbs die normale Arbeitsweise ist. Pre-Fader bleibt der Send unabhängig von der Faderstellung aktiv. So kannst du beispielsweise eine Effektfahne weiterlaufen lassen, nachdem das trockene Kanalsignal bereits ausgeblendet wurde.
Der gemeinsame Pre/Post-Schalter gilt für den Effektweg des Mixers und nicht getrennt pro Kanal. Außerdem gibt es keine BPM-Synchronisation. Timing, Feedback und Effektparameter stellst du am externen Gerät ein. Das verlangt mehr Verkabelung, eröffnet aber freie Wahl beim Prozessor und hält den eigentlichen Mixer analog.
Master, Booth und Recording getrennt führen
Für die PA bietet der NUO 2.0 einen symmetrischen Master-Ausgang über XLR und zusätzlich einen unsymmetrischen RCA-Master. Der separate Booth-Ausgang liegt ebenfalls als RCA-Paar vor und besitzt einen eigenen Pegelregler. Damit kannst du Hauptanlage und DJ-Monitor unabhängig in der Lautstärke führen. Gerade in kleinen Clubs und mobilen Setups ist der separat regelbare Booth-Out ein handfester Vorteil.
Der Record-Out sitzt auf der Rückseite und greift das Signal nach den Kanalfadern, aber vor dem Master-Regler ab. Änderungen an der Saallautstärke wirken sich deshalb nicht auf den Aufnahmepegel aus. Für einen externen Recorder ist das praktisch. Für die Aufnahme am Computer brauchst du weiterhin ein Audio-Interface, da der Mixer keinen Digitalausgang besitzt.
Master und Booth arbeiten ab Werk mit einem Nominalpegel von 0 dBV. Intern lassen sie sich auf +6 dBV umstellen. Auch das ist eine Service-Einstellung und kein Schalter für den laufenden Betrieb. Im normalen Setup reichen die von außen zugänglichen Master- und Booth-Regler völlig aus.
Wo das analoge Konzept Grenzen setzt
Der NUO 2.0 bietet viele Funktionen für klassisches DJing, ist aber kein moderner Digitalmixer. Es fehlen USB-Audio, DVS-Freischaltung, MIDI, integrierte Effekte und Kanalfilter. Für ein softwarebasiertes Setup kommen dadurch zusätzliche Geräte und Kabel hinzu. Wenn du möglichst viel Technik in einem einzigen Mixer bündeln möchtest, ist ein Modell mit eingebautem Interface die passendere Lösung.
Auch der dritte Kanal darf nicht überbewertet werden. Für Mikrofon oder eine zusätzliche Line-Quelle ist er sinnvoll, für drei gleichberechtigte Decks reicht seine Ausstattung nicht. Und obwohl der Mixer Scratch-Funktionen mitbringt, entfaltet sich die präzise Cut-in-Regelung erst mit dem optionalen ETERNAL-Crossfader.
Diese Grenzen wirken nicht zufällig, sondern ergeben sich aus der Ausrichtung: Der Ecler konzentriert sich auf zwei analoge Hauptkanäle, direkte Bedienung und flexible Ein- und Ausgänge. In der Kategorie der 2-Kanal-DJ-Mixer spricht er damit vor allem DJs an, die ihr Setup bewusst aus einzelnen Komponenten zusammenstellen.
Fazit: starker Analogmixer für zwei Decks
Der Ecler NUO 2.0 überzeugt im Test mit einer klaren Oberfläche, guten Anschlussmöglichkeiten und ungewöhnlich vielen Faderoptionen. Zwei Phono-Eingänge, kräftig eingreifende EQs, separate Kill-Schalter, ein externer Effektweg sowie Master XLR und eigener Booth-Out ergeben ein rundes Werkzeug für Vinyl, Mediaplayer und kleine professionelle Setups.
Seine größte Stärke ist die Verbindung aus schmalem Format und direktem Zugriff. Du kannst sauber überblenden, Frequenzbereiche schnell entfernen, externe Effekte einbinden und die Fadercharakteristik an deinen Stil anpassen. Für Scratch-DJs bleibt der serienmäßige Crossfader brauchbar, die volle Cut-in-Kontrolle erfordert jedoch den ETERNAL-Fader.
Der Mixer passt zu dir, wenn du zwei Decks analog mischen und auf Computerfunktionen verzichten kannst. Für DVS, Streaming und Softwareaufnahme musst du ein separates Audio-Interface einplanen. Suchst du dagegen einen konsequent analogen Zweikanalmixer mit professionellen Ausgängen und echtem Spielraum bei EQ und Fadern, ist der NUO 2.0 weiterhin eine sehr interessante Wahl.
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| Name | Ecler NUO 2.0 |
| Produktgruppe | Analoger 2-Kanal-DJ-Mixer |
| Mixkanäle | 2 Stereo-Kanäle plus Mic/Line-Zusatzkanal |
| Eingänge | 2 × Phono, 3 × Line, Mic/Line, FX Return |
| Ausgänge | Master XLR/RCA, Booth RCA, Record RCA, FX Send, Kopfhörer |
| EQ | 3-Band-EQ plus Kill-Schalter pro Hauptkanal |
| Fader | 45-mm-VCA-Kanalfader und 45-mm-VCA-Crossfader |
| Crossfader-Upgrade | Ecler ETERNAL optional |
| USB / Audio-Interface | Nein |
| Abmessungen | 370 × 165 × 80 mm |
| Gewicht | 3 kg |